Eine kostenlose Bildbearbeitungssoftware meldet sich als Alternative zum quasi Standard Adobe Lightroom mit neuen Funktionen in der Version 2.6. Bis vor einigen Monaten war Darktable noch Betriebssystemanwendern von macOS und den bekannten Linux-Distributionen (Ubuntu, Debian, Fedora, openSUSE und anderen) vorbehalten. Doch seit der Version 2.4.0 erreicht die Software ebenso alle Microsoft Windows Freunde. Ein Grund mehr, allen Interessierten, Verunsicherten und Zweiflern das leistungsfähige Werkzeug ein Stück näher zu bringen.

Fixkosten vermeiden

Seit Ende 2017 ist Lightroom an unterschiedliche Abo-Modelle gekoppelt, die dauerhaft zu monatlichen Kosten führen. Für professionelle und berufliche Fotografen lässt sich das sicher abbilden, der Hobbyfotograf oder ambitionierte/semiprofessionelle Fotograf kommt aber diesbezüglich zu einer anderen Bewertung.

In diesem Fall bieten sich Kandidaten an, die gegen einen unterschiedlich hohen einmaligen Kaufpreis zu haben sind: Luminar, Affinity Photo, Photoshop Elements, Capture One oder weitere. Um unerfreuliche Überraschungen zu vermeiden sollte man aber prüfen, wie die Preise für Sicherheitsupdates und neue Softwareversionen gestaltet sind.

Warum aber nicht ganz auf Ausgaben verzichten? Mit Darktable, LightZone, RawTherapee und weiteren bieten sich interessante Softwarelösungen an, wobei Darktable wohl als das prominenteste und potenteste Werkzeug gelten dürfte. Aber ist man damit wirklich zumindest mal „semi-professionell“ aufgestellt?

Funktionsvielfalt genießen

Die Arbeitsumgebung von Darktable unterteilt sich in die zwei Hauptansichten „Leuchttisch“ und „Dunkelkammer“. Desweiteren steht je eine Ansicht für „Thethering“ zur Anbindung von Kameras, „Karte“ zur Georeferenzierung , „Diaschau“ und „Drucken“ zur Verfügung.

Auf dem Leuchttisch werden die Fotos importiert, gesichtet und organisiert und können bei Bedarf schon mit Filtern versehen werden. Darktable arbeitet nicht destruktiv, nimmt also keine Veränderung an dem Rohmaterial vor.

In der Dunkelkammer können die Fotos dann mit über 50 Bildbearbeitungsmodulen modifiziert werden. Die Module sind in die Gruppen Farben, Tonwerte, Bildrauschen, Schärfe und anderes gegliedert. So werden die einzelnen Bearbeitungsschritte in einem Stapel organisiert, wobei jeder einzelne Bearbeitungsschritt in diesem Stapel jederzeit geändert, aktiviert oder deaktiviert werden kann. Überblendmodi und Masken samt Maskenverwaltung liefern eine leistungsfähig Grundlage für bemerkenswerte Ergebnisse. Die Bearbeitungen werden in XMP-Filialdateien festgehalten und sind auf weitere Bilder übertragbar.

Darktable Screenshot
Screenshot der sogenannten „Dunkelkammer“ von Darktable

Community nutzen

Die Darktable Community ist ausreichend groß, um an fundierte und gut aufbereitet Informationen zu gelangen. In Anbetracht der Situation, dass in der OpenSource-Scene sehr viele Überzeugungstäter unterwegs sind, ist es darüber hinaus leicht in den direkten und persönlichen Kontakt mit Darktable Anwendern zu treten, um Funktionen und Arbeitsweisen zu lernen und von erfahrenen Nutzern zu profitieren. Ich selbst greife gerne zurück auf den Youtube-Kanal von Bruce Williams, der kompetent, freundlich und kurzweilig das Spektrum von Beginner bis zum semi-professionellen Fotografen bedient.

Computer mit Händen

Einfach mal ausprobieren

… könnte hier wohl ein guter Tipp sein, zumal insbesondere das Retusche-Modul, wie auch die Webseite photoscala schreibt, auf dem Markt als „einzigartig“ anzusehen ist. Wichtig ist, sich beim Ausprobieren etwas Zeit zu lassen, um den bislang gewohnten Workflows Zeit für die Adaptierung auf Darktable zu geben.

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