Da ist sie wieder, meine Spiegelreflexkamera „KR-10 Super“ von der Firma Ricoh. Wir hatten uns eine Zeit lang vergessen, uns nicht beachtet und waren ungewollt ein paar Jahre voneinander getrennt. Vorgestellt wurde sie im Jahre 1982. Von mir erworben, wenn ich mich richtig erinnere, im Jahre 1984. Ein guter Grund, um zu unserem 35-jährigen Jubiläum so richtig die Korken knallen zu lassen! Damals fuhr man Herkules Mofas, hörte 99-Luftballons von Nena und ging täglich ins Freibad.

Wie groß und mächtig mir diese Kamera damals vorkam. Heute liegt das historische Stück Technik ganz leicht in meinen Händen. Nach dem Öffnen der Rückwand schaut man durch das Objektiv sofort ins Freie. Ein bisschen Glas, eine Blende und ein Verschlussvorhang und schon trifft das Licht auf das sensible Filmmaterial. Analogfotografie ist, wenn man nichts mehr weglassen kann.

Im Zeitalter digitaler Spiegelreflexkameras (DSLR) spielt man ganz selbstverständlich mit Ungetümen technischer Parameter wie Pixelmengen, Pixeldichten, Optimierungsalgorythmen, Effekten der digitalen Begrenzungen, Datentransfermengen und vielem mehr.

Kleinbildfilm

Da kommt es einem fast vor wie ein genüsslicher Waldspaziergang, wenn man die Klappe hinter der zuvor eingelegten Filmrolle schließt und sich auf die Begegnung mit 24 Aufnahmen freut. Jede einzelne ganz bewusst erlebbar.

Aber soweit bin ich noch gar nicht. Die KR-10 Super ist entstaubt und gereinigt, der Kodak Gold ISO 200 Kleinbildfilm liegt bereit. Das Universal-Zoom Danubigon 28-70mm 1:3-4.5 und das Zoom Soligor 70-200mm 1:4.5-5.6 werde ich wohl dekorativ in meinem Fotoschrank drapieren und die Kamera mit dem Original Ricoh 50mm 1:1.7 bestücken.

So werde ich nun in eine Phase eintauchen, in der ich ein Thema für diese ersten 24 Aufnahmen isoliere. Ich verbleibe also vorerst mit dem Versprechen, über das Erlebnis der Analogfotografie weiter zu berichten.

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