Kategorien
Bildbearbeitung Blog Praxisbericht

Professionelle Foto- und Videobearbeitung für gar kein Geld

Ganz werde ich das Versprechen meines Titels nicht einhalten können. Professionelle Fotobearbeitung für gar kein Geld exkludiert zunächst einmal die erforderliche Rechnerhardware. Die Leichtigkeit der darauf stattfindenden Arbeit profitiert auch bei dem nachfolgend vorgestellten Ansatz von guter bis hoher Leistungsfähigkeit. Grafikkarte, Prozessor und Speicher sollten mindestens im oberen Mittelsegement liegen. Das üblicherweise zur Rechnerhardware mitgelieferte Betriebssystem Windows kann jedoch schon entfallen und durch die Linux-Distribution Ubuntu ersetzt werden. Damit leistet der Rotstift hier erste gute Dienste.

Betriebssystem Ubuntu

Screenshot Ubuntu

„Ubuntu“ bedeutet auf Zulu „Menschlichkeit“ und bezeichnet eine alte afrikanische Philosophie. Mit dem Betriebssystem wird das Ziel verfolgt, ein einfach zu installierendes, leicht zu bedienendes und kostenloses Betriebssystem und darauf abgestimmte Anwendungsprogramme zur Verfügung zu stellen.
So können die ersten Euros eingespart werden, wenn der Rechner ohne Betriebssystem oder direkt mit dem Betriebssystem Ubuntu gekauft wird. Mittlerweile kann aus einem großen Angebot ausgewählt werden. Hersteller wie unter anderem Dell bieten einen Teil ihrer Hardware wahlweise mit Microsoft Windows oder Ubuntu an, so dass der Installationsvorgang auf der nackten Rechnerhardware entfällt.

Fotobearbeitung Darktable

Screenshot Darktable

Monatliche Abozahlungen oder Einmalzahlungen für die Bildbearbeitungssoftware wie Adobe Lightroom werden durch den Einsatz von Darktable vermieden.
Darktable ist eine freie Software zur Fotobeabeitung und Fotoverwaltung. Spezialisiert auf die Verarbeitung von RAW-Dateien erlaubt die Software in der sogenannten „Dunkelkammer“ die umfänglich und professionelle Fotobearbeitung. Dabei kommt Darktable etwas „technischer“ daher als beispielsweise ein Lightroom, nach einigen Stunden der Eingewöhnung entdeckt man darin aber eher Vorteile als Einschränkungen. Auf dem übersichtlichen „Leuchttisch“ erfolgt zuvor die Bildauswahl und das Tagging. Wer häufig stationär im Tethering Modus arbeitet, wird auch hier nicht von Darktable enttäuscht.

Bildbearbeitung Gimp

Screenshot Gimp

Das Pendant in Sachen Foto-Feinschliff zu Adobe Photoshop bildet Gimp. Ebenso frei verfügbar wie Darktable ist Gimp eine pixelbasierende Software zur Modifikation und Manipulation von Bildern. Für einen weiten Bereich der Bildmanipulation ist Gimp mit Photoshop auf Augenhöhe. Im Speziellen oder bei der Notwendigkeit, im beruflichen Umfeld viele Fotos in kurzer Zeit bearbeiten zu müssen, wird man um den Marktführer nicht umhin kommen. Bis dahin bleibt dem Einsteiger und dem Semi-Professionellen aber viel Zeit um Geld für Investionen in Software zu sparen und beeindruckende Ergebnisse zu erzielen.

Videoschnitt

Nun wird es defintiv schwierig, für die dominanten Marktbetreter wie Adobe Premiere Pro oder Final Cut Pro X einen auch nur ansatzweise ähnlich leistungsfähigen kostenlosen Ersatz zu finden. Was aber nicht heißt, dass man mit diesen kostenlosen Werkzeugen nicht doch einen beträchtlichen Level erreichen kann, der für die meisten Freiberufler, Fotografen, Youtuber, Instagrammer und andere eine potente Möglichkeit darstellt. Shotcut und Kdenlive führen hier sicher das Feld an. Der Import unterschiedlichster Formate, Schnitt, Übergänge, Filter und Color-Grading sind bei beiden Kandidaten umfänglich ausgebaut.

Screenshot Lightworks

Wer mit einer vertretbaren Einmalzahlung ins Profilager wechseln will, dem stehen DaVinci Resolove und Lightworks zur Verfügung. Beide Profi-Schnittwerkzeuge wissen auf die eine oder andere Kinoproduktion zu verweisen, liefern höchstwertiges Videomaterial ab und können mit leichten Funktioneinschränkungen auch kostenlos genutzt werden.

Fazit

Wer in das Thema Fotografie und Videoproduktion einsteigt, muss mit einigen Kostenpositionen in Bezug auf die unumgängliche Hardware wie Kamera, Objektive, Hilfsmittel und Computer umgehen. In Sachen Software stehen aber definitiv interessante Alternativen bis in einen hohen Level zur Verfügung, die von der Open-Source-Community kostenlos zur Verfügung gestellt und umfänglich mit Anleitungen, Foren und anderen Informationsquellen ausgestattet sind. Ich wünsche viel Spaß bei der Auswahl!

Hinweis: Das ist keine Werbung. Ich stehe in keinerlei Verbindung zu den genannten Firmen.

Kategorien
Bildbearbeitung Blog

Mal wieder raus

Abendluft schnuppern, mal wieder raus, Natur genießen und die Kamera in den Himmel halten. Tut gut nach all den technischen Themen, Beiträgen und Auftragsarbeiten. Um die Eindrücke des Abends zu verdichten geht die Aufnahmen kurz durch Darktable: aufbereiten der Kontraste mit dem Modul „filmisch“, blau und orange mit dem Modul „Farbbereiche“ anheben und im Anschluss noch die Dunstentfernung aktivieren. Für alle, die noch keine Blick auf Darktable als kostenlose Alternative zu Lightroom geworfen haben, sei das hier empfohlen.

Kategorien
Bildbearbeitung Blog Fotokurs Praxisbericht

darktable mit OpenCL Unterstützung unter Ubuntu

Schon immer stellt die Bild- und Videobearbeitung neben dem Thema Gaming höchste Ansprüche an die Performance der Computer Infrastruktur. Viele Verarbeitungsaufgaben lasten die Haupt-CPU zu 100% aus während die hochperformante Grafikkarte Däumchen dreht. Apple hat das Problem vor rund zehn Jahren erkannt und ein Framework mit dem Namen „OpenCL“ entwickelt. Damit war die Möglichkeit geschaffen, alle Prozessoren einen Systems als uneinheitlichen Parallelrechner nutzbar zu machen. Entscheident ist nun noch, dass die eingesetzte Software auf dieses Framework zugreift und das Beschleunigungpotential ausnutzt. Adobe Photoshop, Gimp, darktable, Blender, FFmpeg, Final Cut Pro, Google Chrome und Mozilla Firefox sind nur einige, die hier genannt werden sollen, die entsprechend auf die Nutzung von OpenCL vorbereitet sind.

Die Installation und Einrichtung von OpenCL unterscheidet sich abhängig vom Betriebssystem (Linux, Mac OS, Windows) und der verwendeten Rechnerhardware. Dieser Bericht richtet sich an Nutzer der Linux Distriburtion Ubuntu auf einem Dell XPS 13 (9370) mit dem Ziel, die Bildbearbeitungssoftware darktable zu beschleunigen.

Mit dem schon länger verfügbaren Open-Source Framework „Beignet“ lässt sich leider keine Kompatibilität zu darktable erreichen. Erst mit dem ebenfalls open-source OpenCL Ansatz von Intel mit dem Namen „NEO“ gelingt die Nutzung der Parallelrechnerarchitektur zur performanten Nutzung der Bildbearbeitungssoftware.

OpenCL Installation

Die Einrichtung gelingt über die Installation des entsprechenden Paketes mit folgendem Terminalkommando:

sudo apt-get install intel-opencl-icd

Möglicherweise macht es Sinn, zuvor Beignet sauber zu entfernen, um konkurrierende OpenCL Installationen zu vermeiden:

beignet uninstall

Die Überprüfung der OpenCL Unterstützung kann mit „clinfo“ überprüft werden:

sudo apt-get install clinfo

clinfo

Die nun folgende Terminalausgabe gibt Auskunft über den Status der OpenCL Konfiguration.

OpenCL Aktivierung in darktable

Nach dem Start von darktable sollte überprüft werden, ob die OpenCL Unterstützung aktiviert ist.

darktable settings

Überprüfung der Leistung

Die Überprüfung des Geschwindigkeitgewinns lässt sich durch den Start von daktable mit den Befehlszeilenparametern „-d opencl -d perf“ erreichen. Nach jeder Ausführung der Pixelpipe erhalten Sie eine detaillierte Zuordnung der Verarbeitungszeit zu jedem Modul sowie ein noch detaillierteres Profil für alle verwendeten OpenCL-Kernel.

darktable screenshot terminal Ausgabe

Weiterführende Artikel

Kategorien
Bildbearbeitung Blog Fotokurs Praxisbericht

Bildbearbeitung mit darktable als Alternative zu Lightroom

Eine kostenlose Bildbearbeitungssoftware meldet sich als Alternative zum quasi Standard Adobe Lightroom mit neuen Funktionen in der Version 2.6. Bis vor einigen Monaten war darktable noch Betriebssystemanwendern von macOS und den bekannten Linux-Distributionen (Ubuntu, Debian, Fedora, openSUSE und anderen) vorbehalten. Doch seit der Version 2.4.0 erreicht die Software ebenso alle Microsoft Windows Freunde. Ein Grund mehr, allen Interessierten, Verunsicherten und Zweiflern das leistungsfähige Werkzeug ein Stück näher zu bringen.

Fixkosten vermeiden

Seit Ende 2017 ist Lightroom an unterschiedliche Abo-Modelle gekoppelt, die dauerhaft zu monatlichen Kosten führen. Für professionelle und berufliche Fotografen lässt sich das sicher abbilden, der Hobbyfotograf oder ambitionierte/semiprofessionelle Fotograf kommt aber diesbezüglich zu einer anderen Bewertung.

In diesem Fall bieten sich Kandidaten an, die gegen einen unterschiedlich hohen einmaligen Kaufpreis zu haben sind: Luminar, Affinity Photo, Photoshop Elements, Capture One oder weitere. Um unerfreuliche Überraschungen zu vermeiden sollte man aber prüfen, wie die Preise für Sicherheitsupdates und neue Softwareversionen gestaltet sind.

Warum aber nicht ganz auf Ausgaben verzichten? Mit darktable, LightZone, RawTherapee und weiteren bieten sich interessante Softwarelösungen an, wobei darktable wohl als das prominenteste und potenteste Werkzeug gelten dürfte. Aber ist man damit wirklich zumindest mal „semi-professionell“ aufgestellt?

Funktionsvielfalt genießen

Die Arbeitsumgebung von darktable unterteilt sich in die zwei Hauptansichten „Leuchttisch“ und „Dunkelkammer“. Desweiteren steht je eine Ansicht für „Thethering“ zur Anbindung von Kameras, „Karte“ zur Georeferenzierung , „Diaschau“ und „Drucken“ zur Verfügung.

Auf dem Leuchttisch werden die Fotos importiert, gesichtet und organisiert und können bei Bedarf schon mit Filtern versehen werden. darktable arbeitet nicht destruktiv, nimmt also keine Veränderung an dem Rohmaterial vor.

In der Dunkelkammer können die Fotos dann mit über 50 Bildbearbeitungsmodulen modifiziert werden. Die Module sind in die Gruppen Farben, Tonwerte, Bildrauschen, Schärfe und anderes gegliedert. So werden die einzelnen Bearbeitungsschritte in einem Stapel organisiert, wobei jeder einzelne Bearbeitungsschritt in diesem Stapel jederzeit geändert, aktiviert oder deaktiviert werden kann. Überblendmodi und Masken samt Maskenverwaltung liefern eine leistungsfähig Grundlage für bemerkenswerte Ergebnisse. Die Bearbeitungen werden in XMP-Filialdateien festgehalten und sind auf weitere Bilder übertragbar.

Darktable Screenshot
Screenshot der sogenannten „Dunkelkammer“ von Darktable

Community nutzen

Die darktable Community ist ausreichend groß, um an fundierte und gut aufbereitet Informationen zu gelangen. In Anbetracht der Situation, dass in der OpenSource-Scene sehr viele Überzeugungstäter unterwegs sind, ist es darüber hinaus leicht in den direkten und persönlichen Kontakt mit darktable Anwendern zu treten, um Funktionen und Arbeitsweisen zu lernen und von erfahrenen Nutzern zu profitieren. Ich selbst greife gerne zurück auf den Youtube-Kanal von Bruce Williams, der kompetent, freundlich und kurzweilig das Spektrum von Beginner bis zum semi-professionellen Fotografen bedient.

Computer mit Händen

Einfach mal ausprobieren

… könnte hier wohl ein guter Tipp sein, zumal insbesondere das Retusche-Modul, wie auch die Webseite photoscala schreibt, auf dem Markt als „einzigartig“ anzusehen ist. Wichtig ist, sich beim Ausprobieren etwas Zeit zu lassen, um den bislang gewohnten Workflows Zeit für die Adaptierung auf darktable zu geben.

Weiterführende Artikel

zurück zur Startseite